In Israel sind aufgrund des Besatzungsrechtes für Verfahren gegen Palästinenser aus den besetzten Gebieten ausschließlich israelische Militärgerichte zuständig. Sie tagen innerhalb von Militäreinrichtungen und weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
Auf diesem Hintergrund beschlossen 2005 Mitglieder von Machsom Watch (auf Deutsch Kontrollpunktbeobachtung), einer 2001 gegründeten israelischen Frauenorganisation, wegen wiederholter Berichte in der Presse über Menschenrechtsverletzungen an Palästinensern an israelischen Kontrollpunkten, ihre Beobachtungstätigkeit auf die israelischen Militärgerichte auszudehnen. Roni Hammermann spricht über ihre Arbeit in dieser Organisation und stellt dar, wie Gerichtsverfahren vor israelischen Militärgerichten ablaufen und welche Auswirkungen sie für die Angeklagten haben und haben können.
Dr. Rahel-Roni Hammermann wurde 1940 in Israel geboren und verbrachte dort die ersten sechs Jahre ihres Lebens. Ihr Vater war Kommunist. 1934 war er interniert worden und kam nur unter der Bedingung frei, nach Israel auszuwandern. Ihr Großvater wurde zusammen mit seinem jüngsten Sohn in Ausschwitz ermordet. 1947 kam die Familie wieder nach Wien; ihr Vater wollte beim Aufbau einer neues Gesellschaft in Österreich mitwirken. Sie jedoch zog es nach Israel, wohin sie 1969 zurückkehrte. Zuerst war sie an der Hebräischen Universität von Jerusalem Lektorin für slawische Literatur, dann Bibliothekarin. Mittlerweile ist sie im Ruhestand.
Seit ihrer Ankunft in Israel engagiert sie sich für die Menschenrechte. 2001 war sie Mitbegründerin der israelischen Menschenrechtsorganisation »Machsom Watch«, die 2008 den Aachener Friedenspreis erhielt..
!!!Aufruf an uns: Auf eine Frage aus dem Publikums, was wir denn hier in Deutschland überhaupt gegen dieses Unrecht machen könnten, wiederholte Roni Hammermann ihre Bitte, dass wir auf die Nahost-Politik der deutschen Regierung Einfluss nehmen sollen.